Stiftspark

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Der barocke Stiftspark mit dem Gartenpavillon wurde nach Fertigstellung des Stiftsgebäudes ab 1743 angelegt und war ursprünglich wohl mit barocken Blumen-, Grünpflanzen- und Kiesornamenten ausgestaltet. Seine Gestaltung war nicht nur von den topographischen Gegebenheiten bestimmt, sondern auch aus der „paradiesischen“ Gartenidee seiner Entstehungszeit meisterhaft formiert.

Zuvor war hier ein relativ unwegsames Gelände mit Wein und Obstbäumen gewesen. Das ursprüngliche Niveau war tiefer, etwa das des  heutigen Eingangstors. Die Fläche zum jetzigen Gartenpavillon hin wurde aufgeschüttet, um einen erhöhten Punkt mit Aussicht über die Donau entstehen zu lassen. In der Barockzeit spielt die Symmetrie eine wichtige Rolle. Diese barocke Symmetrie ist hier zwischen Gebäude und Garten festzustellen: Die verbaute Fläche des Gebäudes entspricht in etwa der gestalteten Gartenfläche. Dem Garten ist aber auch ein philosophisch-theologisches Konzept zugrunde gelegt.

Die Zahl 3, eine heilige Zahl, taucht sowohl im Gebäude als auch im Park auf. Z.B. sind in der Kirche drei Ebenen festzustellen: Kirchenschiff – Kuppel – Laterne. In der Laterne über der Kuppel ist der Hl. Geist, die dritte göttliche Person, in Gestalt einer Taube dargestellt. Auch der Stiftspark ist in drei Etagen gestaltet. Auf der obersten Etage ist ein Wasserbecken angelegt. Wasserreservoirs liegen einerseits aus praktischen Gründen grundsätzlich an der höchsten Stelle. Das Wasser gilt aber in der Natur auch als Symbol des Lebens und so korrespondiert dieses Wasserbecken an der höchsten Stelle des Parks auch mit der Laterne der Kuppel und der dort befindlichen Darstellung des Hl. Geistes, der seinerseits ein Symbol des Lebens ist und dafür sorgt, dass alles lebendig bleibt. Wenn man das Stiftsgebäude an einer Querachse zwischen den sogenannten Babenbergertürmen spiegelt, trifft die Kuppel genau mit dem Wasserbecken zusammen!

Die barocke Anlage wurde knapp nach 1800, der damaligen Mode entsprechend, in ihrer exakten Thematik aufgelöst und in einen englischen Landschaftspark umgestaltet, zuletzt verurwaldete der Park immer mehr und es geschah immer nur das Notwendigste. 1995 begann man mit der Sanierung des Stiftsparks und war nun bestrebt, alle noch vorhandenen, aber zugewachsenen, verdeckten oder beschädigten Elemente des ehemaligen Barock- wie auch des Landschaftsgartens zu erhalten und, wo notwendig, zu ergänzen. So sieht man heute neben dem Gartenpavillon wieder den „Honorattempel“, einen neobarocken Rundpavillon, in der obersten Etage des Stiftsparks, und den Springbrunnen. Die barocke Ziegelrampe wurde wieder sicht bar gemacht, das alte Wegesystem wiederhergestellt, um dem ehemaligen philosophisch-metaphysischen Konzept der Parkanlage wieder gerecht zu werden.

Beim großen Wasserbecken, der höchsten Stelle des Stiftsparks in der dritten Etage, steht eine alte, zum Teil noch aus der Barockzeit stammende Lindenallee, die vor ca. 250 Jahren gepflanzt worden ist. Aber auch zeitgenössische Akzente wurden seither im Park gesetzt: Im Wasserbecken steht z.B. eine Installation des Objektkünstlers Christian Philipp Müller mit dem Titel „Die Neue Welt, eine Art locus amoenus“. Es ist dies eine Insel, auf der sich Pflanzen aus der Neuen Welt befinden. Hinter dem Gartenpavillon wurde 2009 ein „Cabinet Clairvoyée“ als Aussichtspunkt in Richtung Westen zur Donau hin gestaltet, im nördlichen Teil des Stiftsparks gibt es den sog. „Benediktus-Weg“, der die Thematik „Benedictus – der Gesegnete“ zum Inhalt hat. Das Paradiesgärtchen wurde neu nach alten Vorbildern von Klostergärten angelegt, in denen Heilkräuter, Gewürze, stark riechende Pflanzen und solche mit intensiven Farben angepflanzt wurden.

Darunter entstand ein „Jardin  méditerranéen“. Der exoische, mediterrane Garten soll an die ehemalige Nutzung des Bereiches des heutigen Stiftsrestaurants als Orangerie erinnern. Am Abhang wurden biblische Pflanzen – Feigenbäume und Weinstöcke – und ein Apfelbaum gepflanzt, auch eine Palme ist hier zu sehen.

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