Schloss Pielach

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Pielach lag an der für das Militär angelegten Verbindungsstraße, die von der römischen Limes- und späteren Reichsstraße über Melk, Lanzing durch den Dunkelsteinerwald nach Favianis (Mautern) führte. (…)

In Pielach steht noch das Schloss, das einst das Zentrum der kleinen Grundherrschaft bildete. Man betritt das Schloss durch einen achteckigen alten Turm und sieht vom Schlosshof aus auf die ehemaligen Parkanlagen mit der als Insel erhaltenen und über eine Brücke erreichbaren ehemaligen Wasserburg. Von dieser und vom Wasser ist nichts mehr vorhanden. Nur mehr trockene Gräben verweisen auf die frühere Wehranlage. Die Geschichte dieses Schlösschens reicht bis in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück, als hier Reinmar, ein Ministeriale der Grafen von Schalla, 1147 durch den Bischof von Troyes eine Kirche dem hl. Ägidius weihen ließ. Der Bischof befand sich auf dem Kreuzzug in das Heilige Land. Diese "Kirche zu Werde" wurde, zunächst mit einer kleinen Wehranlage bei Schollach identifiziert, dann aber eindeutig mit dieser Insel (=Wörth) festgelegt.

Im Besitz der Festung folgten nach dem gleichnamigen Geschlecht der Pielacher im Gefolge der Hochfreien Peilsteiner und Burghausen-Schala zahlreiche Ritterfamilien, wie die Häusler, Plankensteiner, Topel, Zizendorf, Greisenegger, Geyer, Enenkel, bis um 1600 Ludwig von Starhemberg das kleine Schloss an sich brachte. Er ließ als eifriger Vertreter der protestantischen Lehre gegenüber dem Schloss einen „lutherischen Tempel“ errichten, dessen Ruinen noch bis in das vorige Jahrhundert bestanden. Da Ludwig Mitglied der aufständischen Protestantenbewegung war, wurden seine Güter konfisziert und an die Bestbieter  weiterverkauft. So kam das Stift Melk 1622 in den Besitz dieses inzwischen äußerst desolat gewordenen Gebäudes.

In der Barockzeit baute man die verfallenden Gebäude zu einem Erholungs- und Sommersitz für den Abt und die Mönche aus. Die alte Wasserfestung ließ man auf und bezog die Insel in den Park ein. Der Mühlbach, der die Wassergräben gespeist hatte, wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zugeschüttet, sodass die Brücke zu der baumbestandenen Plattform der ehemaligen kleinen Burg heute nur mehr über trockene Gräben führt.

Der barocke Aus- und Umbau hat bereits 1692 begonnen, fand aber im Wesentlichen erst 1766 sein Ende. Die eigentliche Widmung als Rekreationsort für die Melker Benediktiner konnte sich eigentlich nie recht durchsetzen, die wirtschaftliche Funktion des angeschlossenen Meierhofs mit dem Fischkalter blieb bestimmend. Daher wurde das Schloss ab dem 19. Jahrhundert mehr und mehr für Wohnungen gebraucht und genutzt. Natürlich litt darunter die im Schloss vorhandene, teilweise kunstvolle Einrichtung. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kaufte der Lusterfabrikant Alfons Maderna das Schloss und ließ die letzten Bestände mustergültig wiederherstellen.

Man betritt das Schloss durch den alten Torbau mit der Kapelle im Obergeschoss, auf die der wuchtige, achteckige Turm mit einem markant geschwungenen Dachaufsatz hinweist. An diese Einfahrt schließen die beiden Flügel im stumpfen Winkel an. Die einfache Außenerscheinung des Gebäudes hat aber im großen Saal ein ausgesprochen prächtiges Gegenstück gefunden. Hier hat der Maler Johann Bergl um 1766 in Anlehnung an die Freskenmalerei im Pavillon des Stiftes Melk einen fantasievollen Garten im Haus geschaffen, biblische Motive werden in exotische Landschaften hineingestellt.

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