Pfarrkirche Melk

Die ursprüngliche Pfarrkirche war als Stephanskirche auf dem Höhenrücken östlich des Klosters erbaut worden und dem Bistum Passau zugehörig. Für die Melker Bürger etwas entlegen, errichteten sie im 15. Jahrhundert im Markt selbst eine Marienkapelle, auf die 1508 die pfarrlichen Rechte übertragen wurden. Da die Pfarre und der Pfarrer nicht dem Melker Stift und Abt unterstanden, tauschte man sie 1693 ein. Seitdem unterstehen sie der klösterlichen Betreuung und Verwaltung.

Die gotische Hallenkirche entstand zwar im 15. Jahrhundert, wurde jedoch nach einem Großbrand ab 1847 stark erneuert, und zwar so eindrucksvoll regotisiert, dass die im 18. Jahrhundert eingeführte barocke Einrichtung wieder entfernt wurde. Der dreischiffige und vierjochige Kirchenbau mit dem Netzrippengewölbe wurde in seiner ursprünglichen Form und klaren Stilrichtung wieder betont und auch entsprechend ausgestattet.

Die Einheitlichkeit der neugotischen Einrichtung der Altäre, der Kanzel, der Kreuzwegreliefs, des Chorgestühls, der Bänke und des Bodens macht die Pfarrkirche zu einem stilvollen Beispiel der Neugotik aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der reiche, geschnitzte Figuren- und Reliefschmuck zeigt die beliebten Patrone gegen Krankheit, Katastrophen und aus dem Benediktinerorden sowie Szenen aus dem Jesus- und Marienleben. Erwähnenswert sind die vielen Grabdenkmäler an der Außenseite der Kirche und insbesondere die außergewöhnlich schöne Ölbergszene. Die fast lebensgroßen, vollplastischen Figuren sind ein besonderes Beispiel der Donauschule Österreichs aus 1502/03, vermutlich aus der Werkstatt des bekannten Bildhauers Kriechbaum.

 

Quelle:
Dr. Gerhard Floßmann
www.kirchen-am-fluss.at/melk-pfarrkirche

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