Marmorsaal

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Der Marmorsaal liegt am Ende des sogenannten Kaisergangs, also des Bereiches, der ursprünglich für die Unterbringung des Kaiserlichen Hofes und der vielen anderen Gäste gedacht war, und diente als Gäste- und Speisesaal für Feste, vor allem bei Besuchen des Kaiserlichen Hofes. Die Inschriften über den Türen weisen auf diesen Zweck hin: ›Hospites tamquam Christus suscipiantur‹ (Gäste sollen aufgenommen werden wie Christus) und: ›Et omnibus congruus honor exhibeatur‹ (Allen erweise man die angemessene Ehre) aus dem 53. Kapitel der Regel des hl. Benedikt. Die Türstöcke wurden aus echtem Adneter und Untersberger Marmor hergestellt, die Wände hingegen sind aus Stuckmarmor. Das Deckenfresko stammt von Paul Troger (1731) und die Architekturmalerei, die dem Fresko einen herrlichen Rahmen gibt, von Gaetano Fanti. Die Deutung der Allegorien des Deckenfreskos wurde auf verschiedene Weise versucht. Vielleicht darf man die Zentralgestalt der Pallas Athene auf dem Löwenwagen zusammen mit dem Herkules sehen, der mit seiner Keule den Höllenhund erschlägt. Da die Habsburger, vor allem aber Karl VI., in dessen Regierungszeit dieses Gemälde entstand, gerne den Herkulesmythos auf sich anwandten, könnte man in beiden Gestalten eine Verkörperung der Staatsgewalt sehen, eine Verneigung vor dem Herrscherhaus, das in weiser Mäßigung (Pallas Athene) und notwendiger Gewalt (Herkules) zu regieren weiß. Der Herrscher führt die Menschen aus dem Dunkel (Kerberos, Dämonen der Nacht, Allegorien der Laster: Stolz, Geiz, Unkeuschheit, Neid, Unmäßigkeit, Zorn und Trägheit) in das Licht, das Wissenschaft und Kunst dem Suchenden aufgehen lassen: Über Pallas Athene bringt ein strahlender Engel Helligkeit und streut Blumen. Daneben strahlt der frühlingshafte Zephyros Wärme und Wachstum aus. Unterhalb finden sich allegorische Darstellungen verschiedener Tugenden, Wissenschaften und Künste, am Ende der Gruppe springt das Dichterpferd Pegasus hinauf zum Tempel der Musen. Darüber schwebt ein Engel, der aus einem Füllhorn Belohnung für gutes geistiges und moralisches Handeln ausschüttet. Das Herrscher-Ideal der Auf klärung kündigt sich an.

 

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