Dietmayrsaal

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Beim Neubau des Südtraktes (1726) entstand an der südöstlichen Ecke des Kaiserganges ein kleinerer Festsaal für kaiserliche Besuche mit schwerem, noch frühbarock anmutendem Deckenstuck (Festons, Muschelwerk, Rosetten, Gittermuster). Die ausgesparten Bildfelder freskierte der Hausmaler Johann Georg Waibl mit monochromen Allegorien auf einen idealistischen Weltherrschaftsanspruch Kaiser Karls VI.: Im Zentrum der Decke flankieren Genien eine Weltkugel unter dem Auge Gottes. Ein Zepter weist auf Österreich, Genien tragen Herrschaftsinsignien, darunter Kronen der verschiedensten Länder.

Die Eckmedaillons zieren Personifikationen der damals bekannten vier Erdteile, die Sterne aus dem Wappen des Bauherrn Abt Berthold Dietmayr finden sich unter dem umlaufenden Kranzgesims. An der Südwand (Fensterseite) wird das politische Programm durch den Freskenschmuck unter der Fensterlaibungen ergänzt: Über den vier Kardinaltugenden ein Medaillon Karls VI., König Salomon vor der Königin von Saba sowie Frauengestalten, die Wohlstand (Hermesstab, Füllhorn) und Ruhm (Lorbeerkranz, Palme) symbolisieren.

Bei den Restaurierungen von 1979/80 wurden diese Dekorationselemente zur großen Überraschung unter späteren Übermalungen entdeckt. Zuvor wurde dieser Repräsentationsraum 1764 in einen Theatersaal – ein älteres Theater befand sich im Kolomanisaal – umgewandelt. Ornamentale Lisenen und Kapitelle der Wände stammen wahrscheinlich von Johann Bergl, der 1768 an der Ausgestaltung des neuen Theaterraumes arbeitete. Die erwähnten Scheinaufsätze wurden damals entfernt, spärliche Reste von weiteren Dekorationsmalereien Bergls sind bei den Restaurierungen gefunden worden.

Das östlich anschließende, durch einen Pfeiler vom Theatersaal getrennte Kabinett zieren dekorierte Fensterlaibungen (Morgen, Mittag, Abend, Nacht). Das Obergeschoß war wohl ursprünglich zum Saal hin geöffnet (Theaterloge oder Orchesterraum).

 

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