Benediktuskapelle

© Stift Melk

mehr Infos zur Benediktuskapelle


Mitte des 19. Jhs. wurde die heutige Benediktuskapelle durch Abt Wilhelm Eder als Kapelle für die Schüler des Stiftsgymnasiums eingerichtet und von Friedrich Schilcher und Joseph Proksch mit Fresken versehen (heute tw. noch unter der Kalkschicht vorhanden).

Bereits 1872 wurde dann allerdings der heutige Kolomanisaal als Kapelle bestimmt und die bisherige Studentenkapelle als Schlafsaal verwendet. Erst 1946 wurde sie wieder zum Gottesdienstraum und erhielt einen einfachen Barockaltar und ein Kreuz aus der ehemaligen Schlosskirche in Leesdorf.

Als in den 1960er-Jahren das Konvikt umgebaut wurde, wurde auch der damals Konviktskapelle genannte Raum von Architekt Ottokar Uhl nach den Grundsätzen des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltet. Der Raum sollte einfach sein und war zweiteilig gedacht, wobei sowohl die Bänke im Wortgottesdienstbereich als auch der Altartisch im Bereich für die Eucharistiefeier beweglich gestaltet waren und je nach Bedarf gestellt werden konnten.

Zum 900-Jahr-Jubiläum des Stiftes Melk im Jahr 1989 wurde die Kapelle dann in Benediktuskapelle umbenannt und einige Änderungen vorgenommen. An die Südwand der Kapelle kam der frühgotische Apostelfries aus der Stiftspfarre Großriedenthal und an die Nordwand ein großes Kreuz von Josef Strohmaier, einem ehemaligen Schüler des Stiftsgymnasiums, der auch das Taufbecken aus Adneter Marmor im Vorraum der Benediktuskapelle gestaltete (1992). Auch eine Orgel der oberösterreichischen Orgelbaufirma Riedl kam zur Ausstattung dazu.

Der Vorraum mit dem Tabernakel wurde in den Jahren 1990-1994 von Peter Bischof mit Darstellungen aus dem Legendenzyklus um den heiligen Benedikt und aus der Heiligen Schrift ausgemalt. Sie lassen das Ringen des Menschen um Ordnung, um Liebe, das Suchen des Menschen nach Gott und nach einem sinnvollen Weg durch das Leben spürbar werden. Themen sind u.a. der seine Regel schreibende hl. Benedikt, Benedikt und seine Schwester Scholastika, Mose und der brennende Dornbusch, die drei Jünglinge im Feuerofen,  Abraham, der sich aufmacht in das Land der Verheißung, der Prophet Elija, der hl. Petrus, der dem Ruf Jesu folgt und über das Wasser geht, und dann wiederum Legenden um den hl. Benedikt, der Maurus schickt, um den ins Wasser gefallenen Placidus zu retten, und der dabei ebenfalls über das Wasser laufen kann. Den Abschluss bildet der Tod des hl. Benedikt im Kreise seiner Mitbrüder.

 

Quelle: Burkhard Ellegast: Stift Melk, Eigenverlag des Stiftes Melk 2007, Seite 134, 388-392 

Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden