Barockkeller

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Von 1650 bis 1652 ließ Abt Valentin Embalner einen Weinkeller unter den Trakt zwischen heutigem Priorat und der Konventküche aus dem gewachsenen Fels hauen. Die zwei gewaltigen Gewölbetonnen des Kellers sind heute noch erhalten (= „großer Barockkeller“). 1713 – 14 errichtete Jakob Prandtauer weitere Kellerräume westlich davon und zwar unterhalb des Priorates und der Prälatur (=„kleiner Barockkeller“). 1718 – 1720 wurde das Gebäude über dem unter Abt Embalner errichteten Keller abgerissen und neu aufgemauert. Um diese Bauten statisch abzusichern, verstärkte Jakob Prandtauer die Gewölbebögen zwischen den beiden Kellern. Einige originale Bögen sind auch noch unverstärkt erhalten geblieben. Als dann unter Abt Clemens Moser (1868/69) der Trakt über der Konventküche bzw. der heutigen Tischlerei umgebaut und Klassenräume für das Stiftsgymnasium eingebaut wurden, mussten im Keller weitere (viereckige) Säulen als Gewölbestützen errichtet werden. Diese Kellerräume dienten im Laufe der Zeit vielfältigen Zwecken. In der Zeit der Türkenbelagerung fanden 1683 z.B die Melker Bürger hier Zuflucht vor den anstürmenden türkischen Kriegsscharen. Während der Franzosenkriege, als das Stift Melk von etwa 1000 französischen Soldaten belagert wurde, sind diese auch in den Keller eingedrungen und sollen die stiftlichen Weinvorräte ausgetrunken haben. Aus dieser Zeit stammt auch der Eintrag in die Stiftschronik, dass Napoleon gesagt haben soll, in Melk seien die Weinkeller so groß, dass man darin vierspännig herumfahren könne. Im Zweiten Weltkrieg diente der Keller als Luftschutzbunker für die Melker Bevölkerung. Der große Barockkeller war bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts Weinkeller und wurde dann nach der Verpachtung der stiftlichen Weinberge bis zu seiner Adaptierung als Veranstaltungskeller als Lagerraum verwendet, wo alles mögliche, vor allem im Zusammenhang mit der großen Stiftsrestaurierung, deponiert wurde und teilweise bis an die Decke gestapelt war. Der unter Jakob Prandtauer errichtete kleinere Teil des Kellers blieb bis zum Beginn des Umbaus 1998 Weinkeller bzw. wurde ein Teil auch bis 1965 als Kellerstüberl verwendet.

 

In den Jahren 1998 – 2000 kam es als Vorbereitung für die NÖ Landesausstellung 2000 zu Umbauten in beiden Kellerbereichen (Plan Baumeister Johann Kräftner). Eine steile Stiege wurde durch Einbau eines Aufzugs mit Ausgängen in die Ebene des Prandtauer-Kellers und in die unterste Ebene unterbrochen. Zur vorhandenen Stiege in diesen Keller wurde eine zweite auf der anderen Seite des Kellers eingebaut. Bei den Bauarbeiten fand man den alten Ausgang in den Prälatenhof, in den teilweis die heute neue Stiege eingebaut wurde. Der kleine Barockkeller unter der Prälatur führt zur Kaiserstiege. Im Zuge der Arbeiten 1998 – 2000 wurde dort über die vorhandene Eisgrube und durch den Felsen ein Gang gebaut bzw. geschlagen, der zu einem Aufzug in den Südtrakt des Stiftes führt. Diese Arbeiten brachten eine Restaurierung und Revitalisierung der Kellerräumlichkeiten. Im Jahr 2000 konnten sie somit einen Teil der NÖ Landesausstellung ›Die Suche nach dem verlorenen Paradies – Europäische Kultur im Spiegel der Klöster‹ beherbergen und werden seit 2001 für mannigfaltige kulturelle, haus- und schuleigene Veranstaltungen genutzt.

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