Die Spielstätten

Die angeführten Spielorte sind ein Repertoire aus all den bisher bespielten Orten und variieren daher jährlich!

Stiftskirche

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Der Höhepunkt der barocken Klosteranlage des Stiftes Melk ist die Stiftskirche. Sie sollte nach dem Willen des Abtes und des Konvents den religiösen Bezug der gesamten Anlage und ihre Orientierung auf Gott hin deutlich sichtbar machen. Ursprünglich war lediglich eine Barockisierung der Stiftskirche geplant. Ab 1701 entstand aber auf Betreiben Abt Berthold Dietmayrs und nach den Plänen Jakob Prandtauers ein völliger Neubau der Kirche. Es gelang, für die künstlerische Ausgestaltung die bedeutendsten Meister ihres Faches zu gewinnen: Antonio Beduzzi (Innenarchitektur, Skizzen für die Fresken), Johann Michael Rottmayr (Fresken, Altarbilder), Paul Troger (Altarbilder), Giuseppe Galli-Bibiena (Entwürfe für Kanzel und Hochaltar), Lorenzo Mattielli (Entwürfe für Skulpturen) und Peter Widerin (Skulpturen).

Die Stiftskirche präsentiert sich als mächtiger tonnengewölbter Saalbau mit Kapellennischen und Emporen sowie mit einer gewaltigen, 64 Meter hohen Tambourkuppel. Die prunkvolle Innenausstattung, reichlich mit Blattgold, Stuck und Marmor verziert, ist in den Farben Gold, Ocker, Orange, Grün und Grau gehalten. Ein wesentlicher Anteil daran geht auf Entwürfe und Anregungen des Theaterarchitekten Antonio Beduzzi zurück. Nach dessen Vorgaben schufen dann bodenständige Künstler die Ausführung. Die Deutung der Melker Stiftskirche ergibt sich aus der Inschrift am Hochaltar: „NON CORONABITUR NISI LEGITIME CERTAVERIT“ (Niemand wird gekrönt, der nicht rechtmäßig gekämpft hat).

Mit der Installierung des Volksaltares wurde dem 2. Vaticanum wie auch dem barocken Gedanken, Neues zu schaffen, gleichermaßen Rechnung getragen. Aus geometrischen Figuren, wie sie im Kircheninneren, v. a. im Boden, zu finden sind, konstruierte 1976 der Wiener Architekt Helmut Hütter inmitten der Vierung ein Podium für den Altartisch. Mit der Wahl der mit den Kirchenstühlen und den Bodenfliesen übereinstimmenden Formen gliederte er dieses eigenständige Objekt harmonisch in das barocke Gesamtkunstwerk ein.

Dietmayrsaal

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Beim Neubau des Südtraktes (1726) entstand an der südöstlichen Ecke des Kaiserganges ein kleinerer Festsaal für kaiserliche Besuche mit schwerem, noch frühbarock anmutendem Deckenstuck (Festons, Muschelwerk, Rosetten, Gittermuster). Die ausgesparten Bildfelder freskierte der Hausmaler Johann Georg Waibl mit monochromen Allegorien auf einen idealistischen Weltherrschaftsanspruch Kaiser Karls VI.: Im Zentrum der Decke flankieren Genien eine Weltkugel unter dem Auge Gottes. Ein Zepter weist auf Österreich, Genien tragen Herrschaftsinsignien, darunter Kronen der verschiedensten Länder.

Die Eckmedaillons zieren Personifikationen der damals bekannten vier Erdteile, die Sterne aus dem Wappen des Bauherrn Abt Berthold Dietmayr finden sich unter dem umlaufenden Kranzgesims. An der Südwand (Fensterseite) wird das politische Programm durch den Freskenschmuck unter der Fensterlaibungen ergänzt: Über den vier Kardinaltugenden ein Medaillon Karls VI., König Salomon vor der Königin von Saba sowie Frauengestalten, die Wohlstand (Hermesstab, Füllhorn) und Ruhm (Lorbeerkranz, Palme) symbolisieren.

Bei den Restaurierungen von 1979/80 wurden diese Dekorationselemente zur großen Überraschung unter späteren Übermalungen entdeckt. Zuvor wurde dieser Repräsentationsraum 1764 in einen Theatersaal – ein älteres Theater befand sich im Kolomanisaal – umgewandelt. Ornamentale Lisenen und Kapitelle der Wände stammen wahrscheinlich von Johann Bergl, der 1768 an der Ausgestaltung des neuen Theaterraumes arbeitete. Die erwähnten Scheinaufsätze wurden damals entfernt, spärliche Reste von weiteren Dekorationsmalereien Bergls sind bei den Restaurierungen gefunden worden.

Das östlich anschließende, durch einen Pfeiler vom Theatersaal getrennte Kabinett zieren dekorierte Fensterlaibungen (Morgen, Mittag, Abend, Nacht). Das Obergeschoß war wohl ursprünglich zum Saal hin geöffnet (Theaterloge oder Orchesterraum).

 

Stiftspark

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Der barocke Stiftspark mit dem Gartenpavillon wurde nach Fertigstellung des Stiftsgebäudes ab 1743 angelegt und war ursprünglich wohl mit barocken Blumen-, Grünpflanzen- und Kiesornamenten ausgestaltet. Seine Gestaltung war nicht nur von den topographischen Gegebenheiten bestimmt, sondern auch aus der „paradiesischen“ Gartenidee seiner Entstehungszeit meisterhaft formiert.

Zuvor war hier ein relativ unwegsames Gelände mit Wein und Obstbäumen gewesen. Das ursprüngliche Niveau war tiefer, etwa das des  heutigen Eingangstors. Die Fläche zum jetzigen Gartenpavillon hin wurde aufgeschüttet, um einen erhöhten Punkt mit Aussicht über die Donau entstehen zu lassen. In der Barockzeit spielt die Symmetrie eine wichtige Rolle. Diese barocke Symmetrie ist hier zwischen Gebäude und Garten festzustellen: Die verbaute Fläche des Gebäudes entspricht in etwa der gestalteten Gartenfläche. Dem Garten ist aber auch ein philosophisch-theologisches Konzept zugrunde gelegt.

Die Zahl 3, eine heilige Zahl, taucht sowohl im Gebäude als auch im Park auf. Z.B. sind in der Kirche drei Ebenen festzustellen: Kirchenschiff – Kuppel – Laterne. In der Laterne über der Kuppel ist der Hl. Geist, die dritte göttliche Person, in Gestalt einer Taube dargestellt. Auch der Stiftspark ist in drei Etagen gestaltet. Auf der obersten Etage ist ein Wasserbecken angelegt. Wasserreservoirs liegen einerseits aus praktischen Gründen grundsätzlich an der höchsten Stelle. Das Wasser gilt aber in der Natur auch als Symbol des Lebens und so korrespondiert dieses Wasserbecken an der höchsten Stelle des Parks auch mit der Laterne der Kuppel und der dort befindlichen Darstellung des Hl. Geistes, der seinerseits ein Symbol des Lebens ist und dafür sorgt, dass alles lebendig bleibt. Wenn man das Stiftsgebäude an einer Querachse zwischen den sogenannten Babenbergertürmen spiegelt, trifft die Kuppel genau mit dem Wasserbecken zusammen!

Die barocke Anlage wurde knapp nach 1800, der damaligen Mode entsprechend, in ihrer exakten Thematik aufgelöst und in einen englischen Landschaftspark umgestaltet, zuletzt verurwaldete der Park immer mehr und es geschah immer nur das Notwendigste. 1995 begann man mit der Sanierung des Stiftsparks und war nun bestrebt, alle noch vorhandenen, aber zugewachsenen, verdeckten oder beschädigten Elemente des ehemaligen Barock- wie auch des Landschaftsgartens zu erhalten und, wo notwendig, zu ergänzen. So sieht man heute neben dem Gartenpavillon wieder den „Honorattempel“, einen neobarocken Rundpavillon, in der obersten Etage des Stiftsparks, und den Springbrunnen. Die barocke Ziegelrampe wurde wieder sicht bar gemacht, das alte Wegesystem wiederhergestellt, um dem ehemaligen philosophisch-metaphysischen Konzept der Parkanlage wieder gerecht zu werden.

Beim großen Wasserbecken, der höchsten Stelle des Stiftsparks in der dritten Etage, steht eine alte, zum Teil noch aus der Barockzeit stammende Lindenallee, die vor ca. 250 Jahren gepflanzt worden ist. Aber auch zeitgenössische Akzente wurden seither im Park gesetzt: Im Wasserbecken steht z.B. eine Installation des Objektkünstlers Christian Philipp Müller mit dem Titel „Die Neue Welt, eine Art locus amoenus“. Es ist dies eine Insel, auf der sich Pflanzen aus der Neuen Welt befinden. Hinter dem Gartenpavillon wurde 2009 ein „Cabinet Clairvoyée“ als Aussichtspunkt in Richtung Westen zur Donau hin gestaltet, im nördlichen Teil des Stiftsparks gibt es den sog. „Benediktus-Weg“, der die Thematik „Benedictus – der Gesegnete“ zum Inhalt hat. Das Paradiesgärtchen wurde neu nach alten Vorbildern von Klostergärten angelegt, in denen Heilkräuter, Gewürze, stark riechende Pflanzen und solche mit intensiven Farben angepflanzt wurden.

Darunter entstand ein „Jardin  méditerranéen“. Der exoische, mediterrane Garten soll an die ehemalige Nutzung des Bereiches des heutigen Stiftsrestaurants als Orangerie erinnern. Am Abhang wurden biblische Pflanzen – Feigenbäume und Weinstöcke – und ein Apfelbaum gepflanzt, auch eine Palme ist hier zu sehen.

Kolomanisaal

© Daniela Matejschek

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Der große, über zwei Stockwerke reichende ehemalige Konventsaal diente auch als Theater und als Studentenkapelle. Er ist durch Pilasterbündel und gemalte Kanneluren gegliedert, Wandteile, Supraporten und Nischen sind mit stein- und bronzefarbenen Ornamenten bemalt. Brustbilder österreichischer Regenten finden sich in einigen Fensterlaibungen der Nordseite.

Die Deckenwölbung des Saales hatte bereits 1719 Hippolyto Sconzani bemalt, doch war das Fresko 1738 dem Brand zum Opfer gefallen. Ab 1744 malte Gaetano Fanti, assistiert von seinem Sohn, die ovalen monochromen Legendenszenen der kartuschenförmig angelegten Architekturrahmung, für die Paul Troger 1745 sein letztes Melker Deckenbild schuf. Dafür nahm er das aus der alten Stiftskirche stammende Altarbild des Leopoldi -Altares als thematische Vorlage: Über einer Ansicht des Klosters vor dem barocken Umbau schweben auf Wolken die Stiftsheiligen Leopold, Koloman, Benedikt und die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Sie empfehlen das Stift dem segnenden Gottvater. In der irdischen Zone blickt vom linken Rand des Bildes Markgraf Leopold I. mit einer Fahnenlanze auf der Schulter zu Leopold dem Heiligen auf.

Den ersten Babenberger begleitet ein Chorherr, eine Anspielung auf die Stiftstradition, nach der bereits unter Leopold I. ein Kollegiatsstift bei der Melker Burg errichtet wurde. Über der Gruppe schwebt – mit den Symbolen der Sense und der Sanduhr – Chronos. Gegenüber weist Markgraf Leopold II. auf das Kloster, um es Abt Sigibold von Lambach und seinen Benediktinern zu übergeben (1089). Am unteren Rand präsentieren die allegorischen Figuren der Architektur und der Fama, die den Ruhm des Bauherrn verkündet, einen Plan der neuen Klosteranlage. Zuunterst tragen Engel eine Kartusche mit dem Wappen des Stiftes, des Abtes Berthold Dietmayrs und des Auftraggebers für das Fresko Abt Adrian Pliemel.

Barockkeller

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Von 1650 bis 1652 ließ Abt Valentin Embalner einen Weinkeller unter den Trakt zwischen heutigem Priorat und der Konventküche aus dem gewachsenen Fels hauen. Die zwei gewaltigen Gewölbetonnen des Kellers sind heute noch erhalten (= „großer Barockkeller“). 1713 – 14 errichtete Jakob Prandtauer weitere Kellerräume westlich davon und zwar unterhalb des Priorates und der Prälatur (=„kleiner Barockkeller“). 1718 – 1720 wurde das Gebäude über dem unter Abt Embalner errichteten Keller abgerissen und neu aufgemauert. Um diese Bauten statisch abzusichern, verstärkte Jakob Prandtauer die Gewölbebögen zwischen den beiden Kellern. Einige originale Bögen sind auch noch unverstärkt erhalten geblieben. Als dann unter Abt Clemens Moser (1868/69) der Trakt über der Konventküche bzw. der heutigen Tischlerei umgebaut und Klassenräume für das Stiftsgymnasium eingebaut wurden, mussten im Keller weitere (viereckige) Säulen als Gewölbestützen errichtet werden. Diese Kellerräume dienten im Laufe der Zeit vielfältigen Zwecken. In der Zeit der Türkenbelagerung fanden 1683 z.B die Melker Bürger hier Zuflucht vor den anstürmenden türkischen Kriegsscharen. Während der Franzosenkriege, als das Stift Melk von etwa 1000 französischen Soldaten belagert wurde, sind diese auch in den Keller eingedrungen und sollen die stiftlichen Weinvorräte ausgetrunken haben. Aus dieser Zeit stammt auch der Eintrag in die Stiftschronik, dass Napoleon gesagt haben soll, in Melk seien die Weinkeller so groß, dass man darin vierspännig herumfahren könne. Im Zweiten Weltkrieg diente der Keller als Luftschutzbunker für die Melker Bevölkerung. Der große Barockkeller war bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts Weinkeller und wurde dann nach der Verpachtung der stiftlichen Weinberge bis zu seiner Adaptierung als Veranstaltungskeller als Lagerraum verwendet, wo alles mögliche, vor allem im Zusammenhang mit der großen Stiftsrestaurierung, deponiert wurde und teilweise bis an die Decke gestapelt war. Der unter Jakob Prandtauer errichtete kleinere Teil des Kellers blieb bis zum Beginn des Umbaus 1998 Weinkeller bzw. wurde ein Teil auch bis 1965 als Kellerstüberl verwendet.

 

In den Jahren 1998 – 2000 kam es als Vorbereitung für die NÖ Landesausstellung 2000 zu Umbauten in beiden Kellerbereichen (Plan Baumeister Johann Kräftner). Eine steile Stiege wurde durch Einbau eines Aufzugs mit Ausgängen in die Ebene des Prandtauer-Kellers und in die unterste Ebene unterbrochen. Zur vorhandenen Stiege in diesen Keller wurde eine zweite auf der anderen Seite des Kellers eingebaut. Bei den Bauarbeiten fand man den alten Ausgang in den Prälatenhof, in den teilweis die heute neue Stiege eingebaut wurde. Der kleine Barockkeller unter der Prälatur führt zur Kaiserstiege. Im Zuge der Arbeiten 1998 – 2000 wurde dort über die vorhandene Eisgrube und durch den Felsen ein Gang gebaut bzw. geschlagen, der zu einem Aufzug in den Südtrakt des Stiftes führt. Diese Arbeiten brachten eine Restaurierung und Revitalisierung der Kellerräumlichkeiten. Im Jahr 2000 konnten sie somit einen Teil der NÖ Landesausstellung ›Die Suche nach dem verlorenen Paradies – Europäische Kultur im Spiegel der Klöster‹ beherbergen und werden seit 2001 für mannigfaltige kulturelle, haus- und schuleigene Veranstaltungen genutzt.

Schloss Pielach

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Pielach lag an der für das Militär angelegten Verbindungsstraße, die von der römischen Limes- und späteren Reichsstraße über Melk, Lanzing durch den Dunkelsteinerwald nach Favianis (Mautern) führte. (…)

In Pielach steht noch das Schloss, das einst das Zentrum der kleinen Grundherrschaft bildete. Man betritt das Schloss durch einen achteckigen alten Turm und sieht vom Schlosshof aus auf die ehemaligen Parkanlagen mit der als Insel erhaltenen und über eine Brücke erreichbaren ehemaligen Wasserburg. Von dieser und vom Wasser ist nichts mehr vorhanden. Nur mehr trockene Gräben verweisen auf die frühere Wehranlage. Die Geschichte dieses Schlösschens reicht bis in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück, als hier Reinmar, ein Ministeriale der Grafen von Schalla, 1147 durch den Bischof von Troyes eine Kirche dem hl. Ägidius weihen ließ. Der Bischof befand sich auf dem Kreuzzug in das Heilige Land. Diese "Kirche zu Werde" wurde, zunächst mit einer kleinen Wehranlage bei Schollach identifiziert, dann aber eindeutig mit dieser Insel (=Wörth) festgelegt.

Im Besitz der Festung folgten nach dem gleichnamigen Geschlecht der Pielacher im Gefolge der Hochfreien Peilsteiner und Burghausen-Schala zahlreiche Ritterfamilien, wie die Häusler, Plankensteiner, Topel, Zizendorf, Greisenegger, Geyer, Enenkel, bis um 1600 Ludwig von Starhemberg das kleine Schloss an sich brachte. Er ließ als eifriger Vertreter der protestantischen Lehre gegenüber dem Schloss einen „lutherischen Tempel“ errichten, dessen Ruinen noch bis in das vorige Jahrhundert bestanden. Da Ludwig Mitglied der aufständischen Protestantenbewegung war, wurden seine Güter konfisziert und an die Bestbieter  weiterverkauft. So kam das Stift Melk 1622 in den Besitz dieses inzwischen äußerst desolat gewordenen Gebäudes.

In der Barockzeit baute man die verfallenden Gebäude zu einem Erholungs- und Sommersitz für den Abt und die Mönche aus. Die alte Wasserfestung ließ man auf und bezog die Insel in den Park ein. Der Mühlbach, der die Wassergräben gespeist hatte, wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zugeschüttet, sodass die Brücke zu der baumbestandenen Plattform der ehemaligen kleinen Burg heute nur mehr über trockene Gräben führt.

Der barocke Aus- und Umbau hat bereits 1692 begonnen, fand aber im Wesentlichen erst 1766 sein Ende. Die eigentliche Widmung als Rekreationsort für die Melker Benediktiner konnte sich eigentlich nie recht durchsetzen, die wirtschaftliche Funktion des angeschlossenen Meierhofs mit dem Fischkalter blieb bestimmend. Daher wurde das Schloss ab dem 19. Jahrhundert mehr und mehr für Wohnungen gebraucht und genutzt. Natürlich litt darunter die im Schloss vorhandene, teilweise kunstvolle Einrichtung. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kaufte der Lusterfabrikant Alfons Maderna das Schloss und ließ die letzten Bestände mustergültig wiederherstellen.

Man betritt das Schloss durch den alten Torbau mit der Kapelle im Obergeschoss, auf die der wuchtige, achteckige Turm mit einem markant geschwungenen Dachaufsatz hinweist. An diese Einfahrt schließen die beiden Flügel im stumpfen Winkel an. Die einfache Außenerscheinung des Gebäudes hat aber im großen Saal ein ausgesprochen prächtiges Gegenstück gefunden. Hier hat der Maler Johann Bergl um 1766 in Anlehnung an die Freskenmalerei im Pavillon des Stiftes Melk einen fantasievollen Garten im Haus geschaffen, biblische Motive werden in exotische Landschaften hineingestellt.

Gartenpavillon

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Der Gartenpavillon war 1747/48 von Franz Munggenast als Erholungsraum für die Patres gebaut worden. Neben den strengen Fastenzeiten, die im Kloster eingehalten werden mussten, hatte man bei dieser Einrichtung neben psychologisch einsichtigen Gründen auch die körperliche Gesundheit im Auge. Die zeitgemäße Medizin kannte den Aderlass und verschiedene Entschlackungskuren, die zur Anwendung kamen. Nach diesen Kuren bedurften die Mönche einer Stärkung. Sie wurden in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe führte das normale klösterliche Leben und betete das Chorgebet, die andere konnte sich erholen. Für diesen Zweck war, ganz aus der Gedankenwelt der Barockzeit heraus, der Gartenpavillon gebaut worden.

Das Deckenfresko im Gartenpavillon stammt von Johann Wenzel Bergl (1718– 1789), einem Schüler von Paul Trogerund Franz Anton Maulpertsch, und zeigt den Triumph des Lichtes. Im Zentrum des Himmelsgewölbes leuchtet die Sonne, über ihr sehen wir einen Tierkreisbogen, an dem die Monatszeichen der drei frohen Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst zu erkennen sind. Die Sonne strahlt und die jugendliche Gestalt des Frühlings fährt blumenbekränzt in der Kraft der Sonne auf einem Triumphwagen, darunter ährenbekränzt der Sommer und der Herbst mit seinem Füllhorn, aus dem der Erntesegen fließt. Der Winter folgt mit gesenkter Fackel, der als Nordwind Regen und Schnee vor sich her bläst. Diese Jahreszeiten klingen nochmals durch die Arbeiten, in den vier Medaillons im Bereich der Architekturmalerei dargestellt sind, an: Auf der Nordseite rechts graben Putti die Erde um (Frühling), auf der Südseite links schneiden sie Getreide (Sommer), auf der Südseite rechts keltern sie den Wein (Herbst) und auf der Nordseite links fahren sie mit Schlitten (Winter).

Am Rande des Freskos sieht man die – damals bekannten – 4 Erdteile: Im Norden, gegenüber dem Haupteingang, sitzt die tyrische Prinzessin Europa, die von Zeus in Gestalt eines Stieres nach Kreta entführt wurde. Sie ist unschwer als Maria Theresia zu erkennen, auch die Reichsinsignien und der Reichsadler beziehen sich auf das Römisch-Deutsche Kaiserreich. Die zahlreichen Künste und Wissenschaften (Musik, Bildhauerei, Astronomie, Malerei, aber auch Kriegskunst) zeichnen diesen Erdteil als führend aus.

Im Osten wird Asien durch die Figur eines orientalischen Fürsten, dessen Szepter und Turban auf das türkische Reich verweisen, umgeben vom Höflingen, Schriftgelehrten und gefesselten Sklaven, dargestellt. Eine chinesische Gesandtschaft überbringt Geschenke. Afrika im Süden wird durch einen Mohrenfürsten verkörpert, der einen kostbaren Schimmel am Zügel hält. Ihn umgeben exotische Tiere und Pflanze, Figuren mit Juwelen und Perlen sowie im Hintergrund eine Pyramide mit Zeichen des Islam und heidnischer Religionen. Amerika im Westen wird wenig differenziert durch Indianer und Schwarze symbolisiert, ein Elefant (!) deutet auf die Tierwelt hin. Ein Spanier tauscht Waren mit den Einheimischen.

Die Putti in den Fresken über den Türen stellen die fünf Sinne dar. Der Geschmackssinn, an diesem Ort, der für Feste und Feiern gedacht war, der wichtigste Sinn, ist zweimal dargestellt und zwar als Trinken (Süden) und Essen (Norden). Daneben im Norden links der Tastsinn und rechts der Geruchssinn, im Süden rechts das Sehen und links das Hören. Die Fresken über den beiden Nischen zeigen links im Medaillon Abt Thomas Pauer, unter dem 1747 mit dem Bau des Pavillons begonnen wurde. Er verstarb aber vor dessen Fertigstellung, daher die Darstellung des Zeitgottes Chronos mit der Sanduhr. Rechts ist im Medaillon Abt Urban Hauer dargestellt, unter dem dann der Bau vollendet und ausgestaltet wurde. Daher auch die Engel mit den Ruhmesfanfaren. Darunter der Architekt des Pavillons, Franz Munggenast, und links der Maler Johann Wenzel Bergl, der den Pavillon 1764 freskierte. Die Fresken in den anderen Räumen stellen exotische Szenen dar (z.B. im Ostraum die Entdeckung Amerikas, exotische Tiere und Früchte).

Freude am Leben, am Gestalten exotischer Pflanzen und Tiere, das Malen paradiesischer Zustände und liebevoller Harmonie treten uns in den Berglfresken entgegen. Ob hinter Bergls Fantastereien große ikonographische Konzepte stehen, die einen irdischen Gegenpol zur geistlichen Landschaft des Klosters und der Kirche ausdrücken sollen, mag dahingestellt sein. Die Malereien Bergls drücken einfach barockes Lebensgefühl aus, das sich neben aller Askese zeigte. Wie die Frömmigkeit dieser Zeit einen sehr erdgebundenen Akzent hatte, so wohl auch das Lebensgefühl dieser Menschen.

Marmorsaal

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Der Marmorsaal liegt am Ende des sogenannten Kaisergangs, also des Bereiches, der ursprünglich für die Unterbringung des Kaiserlichen Hofes und der vielen anderen Gäste gedacht war, und diente als Gäste- und Speisesaal für Feste, vor allem bei Besuchen des Kaiserlichen Hofes. Die Inschriften über den Türen weisen auf diesen Zweck hin: ›Hospites tamquam Christus suscipiantur‹ (Gäste sollen aufgenommen werden wie Christus) und: ›Et omnibus congruus honor exhibeatur‹ (Allen erweise man die angemessene Ehre) aus dem 53. Kapitel der Regel des hl. Benedikt. Die Türstöcke wurden aus echtem Adneter und Untersberger Marmor hergestellt, die Wände hingegen sind aus Stuckmarmor. Das Deckenfresko stammt von Paul Troger (1731) und die Architekturmalerei, die dem Fresko einen herrlichen Rahmen gibt, von Gaetano Fanti. Die Deutung der Allegorien des Deckenfreskos wurde auf verschiedene Weise versucht. Vielleicht darf man die Zentralgestalt der Pallas Athene auf dem Löwenwagen zusammen mit dem Herkules sehen, der mit seiner Keule den Höllenhund erschlägt. Da die Habsburger, vor allem aber Karl VI., in dessen Regierungszeit dieses Gemälde entstand, gerne den Herkulesmythos auf sich anwandten, könnte man in beiden Gestalten eine Verkörperung der Staatsgewalt sehen, eine Verneigung vor dem Herrscherhaus, das in weiser Mäßigung (Pallas Athene) und notwendiger Gewalt (Herkules) zu regieren weiß. Der Herrscher führt die Menschen aus dem Dunkel (Kerberos, Dämonen der Nacht, Allegorien der Laster: Stolz, Geiz, Unkeuschheit, Neid, Unmäßigkeit, Zorn und Trägheit) in das Licht, das Wissenschaft und Kunst dem Suchenden aufgehen lassen: Über Pallas Athene bringt ein strahlender Engel Helligkeit und streut Blumen. Daneben strahlt der frühlingshafte Zephyros Wärme und Wachstum aus. Unterhalb finden sich allegorische Darstellungen verschiedener Tugenden, Wissenschaften und Künste, am Ende der Gruppe springt das Dichterpferd Pegasus hinauf zum Tempel der Musen. Darüber schwebt ein Engel, der aus einem Füllhorn Belohnung für gutes geistiges und moralisches Handeln ausschüttet. Das Herrscher-Ideal der Auf klärung kündigt sich an.

 

Pfarrhof Melk

© www.extremfotos.com (Markus Haslinger)

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Lage

Der Pfarrhof Melk liegt an prominenter Stelle des Ortskernes. Im Norden schließt seine repräsentative spätbarocke Fassade an den Hauptplatz an, östlich befindet sich der Kirchenplatz mit der Turmfront der Stadtpfarrkirche und im Süden stößt der an die Südwand von Remise und Osttrakt angeschüttete Pfarrgarten an den Bereich der ehemaligen Ortsbefestigung (in diesem Bereich ist nur mehr ein ehemaliger Mauerturm (der sog. "Postturm“) erhalten. Im Westen lehnen sich Gebäude des Nachbaranwesens an den Pfarrhof an.

Historische Überlieferung

Die Pfarre Melk war eine Gründung des Bistums Passau. Wohl schon im 11.Jahrhundert entstanden (1165 ist erstmals ein Pfarrer genannt) wurde die Pfarre von der Diözese Passau erst 1693 im Tausch an das Benediktinerstift übergeben. Eine erste sicher nachweisbare Kirche mit Pfarrrechten (Stephanskirche) stand auf dem Bergrücken östlich der Burg bzw. des Klosters (ab 1089). Der beschwerliche Weg zur Stephanskirche veranlasste wohl die Bürger des Marktes schon Ende des 13. Jahrhunderts eine Kapelle im Ort zu errichten, die um 1400  „Zu Ehren Unserer Lieben Frau“ geweiht wurde. 1450 schließlich begann man mit dem Bau der Kirche zur Himmelfahrt Mariä, der sich mit der Fertigstellung der Altäre bis 1481 hinzog. 1508 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben, was wohl zur Folge hatte,dass ihre Vorgängerin, die Stephanskirche, allmählich verfiel und aufgegeben wurde,weshalb der genaue Standort bis heute nicht bekannt ist. Die Berichte zum Pfarrhof sind jedoch spärlich. 1313 verfügte Pfarrer Albrecht das „Haus auf dem Berg“ (heute aufgegangen im Anwesen Sterngasse 19) zur künftigen Nutzung als Pfarrhaus. Um 1575 ging es in den Besitz der Familie Springer über,woraufhin der Pfarrhof am jetzigen Standort, in Nachbarschaft der Pfarrkirche,gebaut worden sein soll. Ein großer Stadtbrand soll am 15. Februar 1548 den gesamtem Pfarrhof vernichtet haben. Dieses Ereignis müsste sich dann jedoch noch auf das Pfarrhaus in der Sterngasse 19 beziehen.Infolge der Inkorporation der Pfarre Melk wurde auch der Pfarrhof der Diözese Passau 1694 durch das Stift angekauft. Die Pfarrchronik bezeichnet ihn 1752 als einsturzgefährdet, woraufhin der Wiener Architekt Matthias Gerl mit dem Neubau beauftragt wurde. Am 3. Juni 1752 legte Abt Thomas Pauer den Grundstein und bereits im Herbst desselben Jahres war der Rohbau beendet. Ein Großbrand im Jahre 1847 zog auch den Pfarrhof in Mitleidenschaft, Schlimmeres konnte jedoch vermieden werden: Der Zimmerwärter von Luberegg und die Feuerspritze der Herrschaft Leiben retteten das Pfarrhaus. Der Brand vernichtete aber den Turm der Pfarrkirche samt Glockenstuhl.

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